Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr 2026 hat schon begonnen. In diesem Jahr begleitet uns als Jahreslosung ein großes Versprechen Gottes: „Siehe, ich mache alles neu.“ Nicht: Ihr müsst alles neu machen. Sondern: Ich. Mache. Alles. Neu.
Diese Worte stammen aus der Offenbarung des Johannes, einem Buch, das aus einer Zeit der Bedrängnis spricht. Die ersten Christinnen und Christen lebten mit Angst, Verfolgung und Unsicherheit. Und genau ihnen wird zugesagt: Gott hat das letzte Wort – nicht das Leid, nicht die Zerstörung, nicht die Hoffnungslosigkeit.
„Neu“ meint dabei mehr als ein frischer Anstrich oder ein besserer Zustand. Gottes Neuschöpfung geht tiefer. Sie heilt, was zerbrochen ist. Sie richtet auf, was müde geworden ist. Sie schenkt Zukunft, wo Menschen keine mehr sehen.
Das ist tröstlich – und zugleich herausfordernd. Denn wenn Gott alles neu macht, dann bleibt nicht alles beim Alten. Gott lädt uns ein, uns verändern zu lassen: unsere Sicht aufeinander, unsere Prioritäten, unseren Umgang mit Schuld, mit Zeit, mit Hoffnung.
Gerade als Gemeinde dürfen wir diese Verheißung ernst nehmen. Wo brauchen wir Mut für Neues? Wo hält uns Gewohnheit fest? Wo können wir darauf vertrauen, dass Gott schon am Werk ist – auch wenn wir es noch nicht sehen?
Das Neue beginnt oft unscheinbar: in einem versöhnten Gespräch, in einer offenen Tür, in einem Gebet, das ehrlich ist. Gott macht nicht alles auf einmal neu – aber er hört nicht auf damit.
So können wir durch dieses Jahr gehen: mit offenen Händen und offenen Herzen. Nicht, weil wir wissen, was kommt, sondern weil wir wissen, wer kommt. Der Gott, der sagt: „Siehe, ich mache alles neu.“
Ihre Pfarrerin
Werena Anders

