Liebe Leserinnen und Leser,
im Juni 2024 bin ich von Ihnen als Kirchenvorstand in die Kirchengemeinde Mariental-Barmke gewählt worden. Bisher habe ich mich auf diesem Wege noch nicht für das Vertrauen bedankt und das möchte ich jetzt hiermit nachholen.
Wir hatten als Kirchenvorstand mit dem Tod von Torben Berndt einen fürchterlichen Auftakt und haben uns – so glaube ich – auch noch nicht ganz davon erholt. Zeitgleich startete der Transformationsprozess der Braunschweiger Landeskirche mit vielen Themen zu Eckpunktepapier und Strukturprozess etc. Und gleichzeitig galt es, sich Gedanken zu machen zu Arbeits- und Gesundheitsschutz und Wasserschaden im Gemeindezentrum. Mir sauste der Kopf und mir wurde deutlich, dass ich nicht gewusst hatte, auf was ich mich da eingelassen hatte.
Je länger ich dabei bin, desto klarer wird mir, in welch stürmischen Zeiten sich auch die Kirche im Moment bewegt. Es sind dramatische Zahlen, die davon ausgehen, dass sich in den nächsten zwanzig Jahren die Anzahl der Kirchenmitglieder halbiert. Das erfordert große Anpassungen, aber es sagt auch etwas aus über unser Zusammenleben und unser Selbstverständnis im Miteinander. Vielleicht ist der Prozess unaufhaltbar, aber vielleicht kann auch jeder von uns daran arbeiten, dass die Werte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten, erhalten bleiben. Dazu zähle ich u.a.: nicht nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht sein, sich in Gemeinschaft einbringen, gemeinsam für eine größere Sache arbeiten, das Wohl des Ganzen im Auge behalten, d.h. christliche Werte. Diese Werte vertreten sicherlich auch andere Religionen, nur kommen wir nicht umhin, unsere Vergangenheit von christlichen Werten geprägt zu sehen.
Viele Skandale haben die Kirchen erschüttert, vieles ist unentschuldbar. Das kann für viele ein guter Grund sein, der Kirche den Rücken zu kehren. Mein Grund, dies nicht zu tun, ist, dass es in jeder Gemeinschaft, zu der man sich zugehörig fühlt und die eine Vergangenheit hat, Dinge gibt, die unentschuldbar sind. Dennoch sind jeder Mensch und auch jede Institution besser als ihre schlechteste Tat.
Hiermit möchte ich denjenigen danken, die sich auch in dieser Zeit und nach dem Blick auf die Steuererklärung nicht aus der Kirche austreten und weiterhin dabei bleiben. Lassen Sie uns versuchen, aus der Situation das Beste zu machen, und ich lade Sie herzlich dazu ein, uns mitzuteilen, wie wir die Kirche gemeinsam weiterhin lebendig halten oder vielleicht sogar wiederbeleben.
In Mariental-Barmke verfügen wir über ein engagiertes und verlässliches Team: Pfarrerin Werena Anders, die durch Herkunft und Verbundenheit fest örtlich verwurzelt ist, Annette Klinkhardt als Küsterin in Barmke, Eheleute Olga (Küsterin in Mariental) und Helmut Brodt (Hausmeister für Mariental und Barmke), sowie nicht zuletzt der gute Geist des Kirchenbüros, Sarah Linde. Nicht viele Kirchengemeinden können auf eine solch starke personelle Basis bauen. Das erfüllt mich mit Dankbarkeit und gibt mir Zuversicht für die Zukunft unserer Kirchengemeinde.
